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Thorsten Rudolph informierte sich bei Sven Rasehorn, dem Technischen Leiter des Kampfmittelräumdienstes, und ADD-Präsident Thomas Linnertz über die Kampfmittelräumung.

Bildquelle: Wahlkreisbüro Dr. Thorsten Rudolph/Volker Schmidt

17.08.2022 | Pressemitteilung

MdB Rudolph: Kampfmittelräumdienste leisten einen großen Beitrag zu unserer Sicherheit

Volker Schmidt

77 Jahre liegt das Ende des Zweiten Weltkriegs bereits zurück. Gefährliche Hinterlassenschaften des Krieges befinden sich aber auch heute noch in unseren Böden: Jahr für Jahr findet allein der Kampfmittelräumdienst in Rheinland-Pfalz 30 Tonnen an explosivem Material. Und ein Ende ist nicht absehbar, erklärte der Technische Leiter des Dienstes, Sven Rasehorn, bei einem Besuch des SPD-Bundestagsabgeordneten Dr. Thorsten Rudolph in der Leit- und Koordinierungsstelle in Koblenz.

„Mein Besuch hat mir noch einmal sehr deutlich gemacht, welche Gefahren für Mensch und Umwelt immer noch durch Munitionsaltlasten in unseren Böden bestehen“, so Rudolph. „Ich danke den Mitarbeitern des Kampfmittelräumdienstes herzlich für ihre verantwortungsvolle und gefährliche Arbeit. Sie leisten damit einen großen Beitrag zu unserer Sicherheit. Denn die Bomben und Granaten, die noch in unserem Boden schlummern, sind über die Jahre keinesfalls ungefährlicher geworden – im Gegenteil.“

Die Kampfmittelbeseitigung ist in Deutschland Sache der Länder. In Rheinland-Pfalz etwa gehört der Kampfmittelräumdienst organisatorisch zur Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD). Die Kosten werden aber von Bund und Ländern übernommen. So trägt der Bund die Kosten für die Beseitigung von ehemals „reichseigener“ Munition sowie von Kampfmitteln, die auf bundeseigenen Liegenschaften oder im Rahmen von Bundesprojekten (zum Beispiel dem Bau von Fernstraßen) gefunden werden. Die Länder bezahlen dagegen für die Beseitigung von Kampfmittel aus alliierten Beständen sowie für Funde auf nicht-bundeseigenen Liegenschaften. Von den jährlich in Rheinland-Pfalz anfallenden Kosten von rund 1,5 Millionen Euro erstatte der Bund im Schnitt rund 1,2 Millionen Euro, informierte die ADD.

Die Zusammenarbeit mit den Bundesbehörden, insbesondere mit der zuständigen Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), die die Bundesliegenschaften verwaltet und eng mit der bundeseigenen Gesellschaft zur Entsorgung von Chemischen Kampfstoffen und Rüstungsaltlasten mbH (GEKA) kooperiert, laufe reibungslos, erklärte ADD-Präsident Thomas Linnertz im Gespräch mit Thorsten Rudolph. Eine Gefahr für die Mitarbeiter des Dienstes sei aber das zunehmende Alter der Kampfmittel. Denn der Zahn der Zeit nagt auch an den explosiven Hinterlassenschaften des Krieges – insbesondere an den Zündern. Immer wieder komme es daher auch zur Detonation von Blindgängern, ausgelöst durch Korrosion, erklärte Sven Rasehorn bei einem Rundgang über das ehemalige Munitionsdepot der Bundeswehr, in dem die entschärften Bomben, Granaten, Minen und FLAG-Geschosse gelagert sind, bevor sie zur Entsorgung weitertransportiert werden. Auch wenn diese „Selbstdetonationen“ glücklicherweise in aller Regel glimpflich ausgingen, weil sich die Kampfmittel oft unter landwirtschaftlichen Flächen oder im Wald befinden, so stellten die Korrosionswirkung und das Alter für die Spezialisten der Kampfmittelräumung bei der Entschärfung von Funden dennoch eine zunehmende Gefahr dar.

Thorsten Rudolph ist sehr dankbar über die Informationen, da er auch im Rahmen seiner Arbeit im Haushaltsauschuss des Deutschen Bundestages für die Kampfmittelbeseitigung zuständig ist. Denn im von Rudolph betreuten Haushalt des Bundesfinanzministeriums werden auch die finanziellen Mittel für die Kampfmittelräumung bereitgestellt. Zudem gehört der Koblenzer dem Verwaltungsrat der BImA an, die eng mit den Kampfmittelräumdiensten der Länder zusammenarbeitet. „Für beide Aufgaben ist es mir wichtig, Hintergrundwissen zur Kampfmittelräumung mitzubringen. Daher möchte ich mich weiterhin regelmäßig mit der ADD und den rheinland-pfälzischen Kampfmittelräumern austauschen. Und ich werde mich in Anbetracht der Gefahren für Mensch und Umwelt auch weiterhin mit allem Nachdruck dafür einsetzen, dass im Bundeshaushalt ausreichend Mittel für die Beseitigung von Munitionsaltlasten bereitgestellt werden“, sagt der Bundestagsabgeordnete.